Lana K.

Ein Hoch auf …!

LANA K.

LANA Kam.
Photo privat

„Who wants to fight for trans* rights?“
fragte Leslie Feinberg 1996 bei einer Lesung in Bremen –
oder war es 1997?
Die Jahre zerfließen zu einem zähen Brei, sagst du.
Vielleicht rief Feinberg eigentlich auf:
„And now we all stand up for trans* rights!“
Den genauen Wortlaut vermagst du mit Sicherheit nicht wiederzugeben.
Anlass war jedenfalls die Erscheinung der deutschen Erstausgabe von Stone butch blues: Träume in den erwachenden Morgen.
Es war in einem weiten, großen, dunklen Saal,
der Saal war voll,
es gab eine Dolmetscherin, die alles ins Deutsche übersetzte:
„Und nun stehen wir alle für Trans* Rechte auf!“
wurde konsekutiv aufgerufen.
Nur drei Leute standen auf
und du warst mittendrin.
Das war nicht lustig, sagst du.
Beunruhigend, verstörend und nicht lustig war es, fügst du hinzu.
Kritisiert wurde die Aktionsform, aufzustehen und somit weit sichtbar für die Mehrheit zu sein.
Hinterher soll die Dolmetscherin in Feinberg’s Ohr auch zugeflüstert haben :
„Du, Leslie, das kannst du in Deutschland nicht bringen …“
Wenn du gezweifelt hast, ob dein Aufstehen an diesem Abend gut war, war es allemal richtig, spätestens als Leslie Feinberg dein vorgelegtes Buch signierte:
„To a transgender warrior“

Liebe Lana,
liebe Kriegerin,

ich liebe die Geschichten „von damals“, die du mir erzählst,
zu der Zeit, wo es nicht so wie heute viele Trans*Vereine, Online-Portale, Informationsplattforme, Trans*Tagungen gab.
Ich nehme dich aus einer gewissen Entfernung wahr – du in Hamburg, ich in Berlin – ich zoome näher heran und erkenne die Geschichten wieder, die sich in unzählige Anekdoten verzweigen.
Geschichten, zu denen ich sage: Tretet ruhig rein, kommt, kommt!
Nicht selten stehen diese Geschichten in Hausschuhen mit einer Tasse Kräutertee in der Hand und hören zu und geben mir Ratschläge.

Ich liebe, wie ich regelmäßig Post bekomme – echte Post, mit Tinte und bunten Briefmarken, und auch virtuelle, E-Mails und SMS mit vielen Links und Tipps.

Ich liebe das T-Shirt, das du mir geschenkt hast:
R.T*.A2 – Revolutionary Trans* Activists Army

Liebe Kriegerin,
liebe Lana,

ich wünsche dir noch zahlreiche Geschichten
und mir, dass ich sie noch hören oder miterleben darf.

***

Lana K.
ist neugierig, liebt malaysisches Essen, arbeitet in der Pflege, war von 1994 bis 2013 bei Tampep Germany und ist neuerdings Mitbegründerin vom Hamburger Verein trans*solid.

R.T*A2

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