RebellComedy: Das könnt ihr besser.

Am 31.12.2016 veröffentlichte RebellComedy das Video #DuBistMeinVisum, das sich an eine bestimmte Frau(ke) richtet.

RebellComedy ist eine deutschsprachige Stand-Up Comedy Show, die 2005 von Babak Ghassim (Gondebak) und Usama Elyas (Ususmango) gegründet wurde und u.a. Rassismus auf deutschsprachigen Comedy-Bühnen humorvoll und erfolgreich anprangert.

Nur, das Lied #DuBistMeinVisum bzw. den Videoclip finde ich problematisch.

Im Video wird eine Frau auf der Straße nachts von einer Gruppe von Männern umgeben: Mit Gestik (Hand am Schritt, Nachahmung von Sexualverkehr) und Mimik (Küsse, Zunge herausgestreckt und hin und her bewegt) wird ihr mitgeteilt, dass sie schön ist. Die Frau hat offensichtlich Angst, sie rennt weg, ihr wird hinterhergelaufen und sogar im Taxi findet sie keinen Schutzraum. Der Taxifahrer sagt ihr, dass sie hübsch ist und er ausgerutscht ist und sie geknutscht hat.

Nun wird man mir sicher sagen, dass es lustig gemeint ist, die Frau(ke) ist doch eine Rassistin, also Spaß auf ihren Kosten hat sie verdient.

Genau: Für mich zeigt uns das Video unter anderem Eines: Dass es Frauen gibt, die es verdient haben, sexuell belästigt zu werden, weil sie ja Rassistinnen sind. Meiner Meinung nach bedient sich das einer ähnlichen Rhetorik wie die, die behaupten, dass es Frauen gibt, die es verdienen, sexuell belästigt zu werden, weil sie __ fill in the blank: einen Minirock tragen, nachts auf der Straße alleine oder überhaupt auf der Straße unterwegs sind, betrunken waren, usw.

Glauben wir wirklich, dass es Frauen gibt, die es verdienen, sexuell belästigt zu werden?

Ich kann die Intention der RebellComedy verstehen. Trotzdem finde ich, dass die Bekämpfung von Rassismus Sexismus nicht rechtfertigt.

Ah, und weil der Beat so cool ist, Zugabe: 2010 hatten einige Stand-Up Comedians rund um Kevin Razy mit « Sexion d’Homo » eine Antwort auf die schwulenfeindlichen Sprüche der französischen Band « Sexion d’Assaut » geliefert. In ihrem Video sind wiederum einige Klischees bzgl. Schwule (Schwule zupfen sich die Augenbrauen, mögen Rosa, gehen ins Solarium und haben keine Kinder).

Letztendlich hatte sich Lefa von Sexion d’Assaut für die Äußerungen entschuldigt – im Gespräch mit Louis-Georges Tin, Gründer des IDAHOT (International Day Against Homophobia, Transphobia and Biphobia) und Vorsitzender des CRAN (Repräsentativer Rat der Organisationen Schwarzer Menschen in Frankreich) finde ich Lefa ziemlich überzeugend.

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